Klimaanlage für Haus und Wohnung

Klimaanlage für Haus und Wohnung

Ich möchte hier skizzieren wie umweltfreundlich eine Klimaanlage für Haus und Wohnung ist.

Nichtsdestotrotz ist ein Schwarz-Weiß-Denken ein Beleg für Wissensdefizite und/oder mangelnde Sozialkompetenz.

Ich werde hier auch darlegen, warum ich in meinem Falle eine Klimaanlage im Haus in „strategisch wichtigen Räumen“ (Schlaf- und Arbeitszimmer) für sinnvoll halte.

Auf die Funktionalitäten – z.B. kühlen, heizen, entfeuchten, Luftstrom erzeugen (Ventilatorfunktion) – gehe ich nicht weiter drauf ein.

Eine Klimaanlage für Haus und Wohnung ist schädlich für das Klima

Klimaanlagen werden mit Strom betrieben, der irgendwie erzeugt wird. Das soll aber an dieser Stelle nicht weiter von Interesse sein. Inwieweit in der CO2 – Bilanz eine Klimaanlage dadurch im Vergleich zu anderen „CO2 – Sündern“ besser wegkommt, kann ich nicht beurteilen.

Um eine schwergewichtige Beurteilung von Klimaanlagen bezüglich Klimaverträglichkeit zu treffen, muss das Kühlmittel betrachtet werden. In Einbauklimaanlagen wird R32 (Difluormethan) und in Älteren R410A (50% Difluormethan (R32) + 50% Pentafluorethan (R125)) eingesetzt. Ab 2025 ist R410A in Splitgeräten bis 3kg Füllmenge verboten.

R32 hat ein 2/3 geringeres Treibhauspotential (englisch Global warming potential, greenhouse warming potential, GWP). Daraus kann das CO2-Äquivalent als Maßzahl bestimmt werden. Dadurch kann man den relativen Beitrag zum Treibhauseffekt beziffern.
R32 hat einen GWP von 675. Das bedeutet laut Definition, dass R32 675 mal soviel in 100 Jahren zum Treibhauseffekt beiträgt wie ein Kilogramm CO2.

Was ich aber eindrucksvoller und greifbarer finde sind Vergleiche a’la ‚Mit wieviel CO2 trägt eine Klimaanlage im Vergleich zu einem xyz kilometerlangem Flug oder einer XYZ langen Autofahrt zum Treibhauseffekt mit bei?‘.

Wie entsteht bei einer Klimaanlage ihr Treibhauspotential?

Ich gehe mal davon aus, dass bei einer ordnungsgemäßen Dichtigkeit kein giftiges Kältemittel in die Umwelt entweichen kann, so beinhaltet die Klimaanlage (Mitsubishi SCM40) 2kg R32.

Mit einem GWP von 675 bedeutet das für das CO2-Äquivalent:

CO2-Äquivalent = Füllmenge · GWP / 1000 = 2kg · 675 / 1000 = 1,375t ( = 1375kg in 100 Jahren = 1,375kg in einem Jahr)

Vergleichswerte:
(CO2-Ausstoß pro Person auf 100 km, bei einem (angenommenen) Verbrauch von 7,2 Liter Benzin pro 100 km)

PKW (1 Fahrer alleine ) = 20 kg
Elektro-PKW = 13,6 kg
Pedelec =0,4 kg
ÖPNV = 6,4 kg
IC oder ICE = 3,6 kg
Fernlinienbus = 2,3 kg
Flugzeug = 21,6 kg

Ich habe den PKW im Folgenden als Referenz genommen, um auf das CO2 – Äquivalent bei 2kg R32 in 100 Jahren zu kommen. Bei einer Fahrt von 6900 km ergibt sich folgende CO2 – Emmission:

PKW (1 Fahrer alleine ) = 1381 kg
Elektro-PKW = 940 kg
Pedelec = 28 kg
ÖPNV = 440 kg
IC oder ICE = 246 kg
Fernlinienbus = 159 kg
Flugzeug = 1458 kg

Quelle: Quarks CO2 – Rechner (https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/co2-rechner-fuer-auto-flugzeug-und-co/)

Ich gebe zu, dass ich vor dem Recherchieren ein schlechteres Abschneiden von R32 – gerade im Vergleich mit dem PKW – erwartet habe. Aber die Belastung ist halt noch vorhanden.

Auch kann man mit dem Autofahren plötzlich aufhören, während das Kältemittel auch ungenutzt weiter existiert.

Propan (R290) – wie in vielen Monoblockgeräten als Kältemittel eingesetzt – hat übrigens einen GWP von 3.

Warum eine Klimaanlage in Haus und Wohnung nötig sein kann.

Ich möchte nun das Themengebiet erweitern und betrachte zusätzlich den Umstand „Auf was kann ich am ehesten verzichten?

Die Klimaanlage im Haus ist es bei mir nicht! Warum? Ja, es gibt im Jahr sehr heiße Tage. Der Schlaf ist dann eine Katastrophe. Das Gehirn wird matschig. Es geht einem schlecht. Aber das geht allen so! Wirklich, inkl. aller Konsequenzen? Wohl eher nicht!

Mehr als 80% der MSler leiden unter dem Uhthoff – Phänomen. Es grenzt sich von einem Erkrankungsschub ab. Bei heißem Körper können die Symptome trotzdem ein kritisches Ausmaß erreichen. Ich selbst habe so schonmal Bettlägerigkeit und die fehlende Fähigkeit mich zu bewegen erfahren. Außerdem die mangelnde Fähigkeit, mich selbst zu ernähren. Der Zustand dauerte in der beschriebenen Intensität nur einige Stunden. Das will ich aber trotzdem möglichst nicht wiedererleben!